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Aktuelle Analyse: Creditreform Wirtschaftsindikator 1/2011
Creditreform Wirtschaftsindikator 1/2011
Analyse des 4. Quartals / Konjunkturausblick
Aufschwung geht ins zweite Jahr - Industrie bleibt Treiber der Konjunkturdynamik
Neuss, 14.02.2011
Ein Großteil des Konjunktureinbruchs von 2009 konnte im Rekordjahr 2010 wettgemacht werden. Das Exportgeschäft und in dessen Schlepptau Investitionen und zunehmend der Binnenmarkt leisten ihren Wachstumsbeitrag und vermindern das Rückschlagsrisiko. Dadurch ist der Creditreform Wirtschaftsindikator mit +12,8 Punkten weiter aufwärts gerichtet. Vor allem die deutsche Industrie profitiert vom dynamischen Welthandel und legt stark zu. Die Unternehmensstabilität ist allerdings noch nicht über den Berg.



Steigende Energie- und Rohstoffpreise sind Risiko für die Konjunktur
Der Konjunkturaufschwung geht ins zweite Jahr. Daran besteht für die deutschen Unternehmen kein Zweifel. Der Saldo der Geschäftserwartungen behauptet mit +28,2 Punkten seinen Vorquartalswert (+26,2 Punkte). Die Teilkomponente Geschäftslage erreicht mit +42,7 Punkten ein neues Allzeithoch. Die Unternehmen scheinen dem Aufschwung zu trauen, was in einer zunehmenden Investitionsaktivität deutlich wird. Der Anteil der Firmen, die ein Investitionsvorhaben planen, liegt mit gut 50 Prozent über dem langjährigen Mittel
(45 Prozent). Allerdings nehmen die Risiken für die Konjunktur, allen voran die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise, die Dynamik aus der Wirtschaftsentwicklung heraus.
Erneut wiesen pro 10.000 wirtschaftsaktive Unternehmen 225 Firmen mindestens ein Negativmerkmal auf, wie etwa erhebliche Zahlungsverzögerungen oder einen Insolvenzantrag. Die Insolvenzanfälligkeit wird mittels des Creditreform Risiko Indikators (CRI) gemessen. Im Aufschwung werden die Unternehmen offenbar nachlässiger mit dem Bezahlen offener Rechnungen. In den zurückliegenden Monaten betrug die durchschnittliche Zahlungsverzögerung 12,23 Tage nach 12,08 Tagen im Vorquartal. Der mittlere Bonitätsindex blieb
unverändert bei 262.

Industrie weiter im Aufschwung - Einzelhandel legt zu
Kräftig verbessert hat sich die Branchenentwicklung im vierten Quartal 2010 vor allem im Verarbeitenden Gewerbe. Auch der Einzelhandel ist ein Gewinner des Aufschwungjahres 2010. Einen Rückschritt musste dagegen die Transport- und Logistikbranche hinnehmen, die weiterhin am unteren Ende der Skala rangiert. Nach unten zeigt der Branchenindex auch im Bau und im konsumnahen Dienstleistungsgewerbe.
Methodik
Der Creditreform Wirtschaftsindikator setzt sich aus den vier Einzelkomponenten Geschäftsklima, Zahlungsverhalten, Bonität und Insolvenzanfälligkeit zusammen. Zur Einschätzung der konjunkturellen Gesamtsituation berücksichtigt der Creditreform Wirtschaftsindikator zahlreiche Finanzinformationen sowie Daten zur Unternehmensstabilität aus der Creditreform Wirtschaftsdatenbank und verknüpft diese mit empirischen Ergebnissen aus regelmäßigen Unternehmensbefragungen. Indikatorwerte über Null zeigen ein wirtschaftliches
Wachstum an, negative Werte entsprechen einer Stagnations- bzw. Rezessionsphase.
Der vollständige Quartalsbericht kann unter "Downloads" kostenlos als pdf heruntergeladen werden. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Mai 2011.
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